Pro Tag stecken sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund 1 Million Menschen auf der ganzen Welt mit einer von rund 30 Geschlechtskrankheiten an. Die meisten Übertragungen erfolgen über die Schleimhäute durch ungeschützten Verkehr.

Geschlechtskrankheiten oder besser, sexuell übertragbare Infektionen (STI bzw. STD), sind seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Die steigenden Zahlen an dokumentierten Infektionen haben aber 2 Gründe. Zum einen gehen mehr Menschen zur Behandlung zum Arzt, wodurch eine Infektion dokumentiert wird. Zum anderen steigen sexuelle Kontakte mit Menschen, die man kaum kennt. Generation Tinder macht es möglich. Es sind allerdings nicht alle Geschlechtskrankheiten gleich gefährlich.

Bakterielle Infektionen

Chlamydien sind die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Sie ist inzwischen leicht mit Antibiotika behandelbar und daher nach der Diagnose nicht weiter dramatisch. Unbehandelt können Chlamydien aber sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen. Genau das kann auch bei einer Gonorrhoe (Tripper) passieren. Die Infektion muss nicht zwingend über die Schleimhäute erfolgen, auch Oralsex kann die Tripper-Bakterien bereits übertragen. Klassische Symptome für eine Chlamydien- oder Tripper-Infektion sind Ausfluss an Scheide oder Penis und Schmerzen beim Wasserlassen.

Geschlechtskrankheiten: wieder am Vormarsch

Viele vergessen, dass es neben HIV noch zahlreiche weitere sexuell übertragbare Infektionen gibt.

Behandlungen meist unkompliziert

Ebenfalls durch Bakterien kann eine der ältesten Geschlechtskrankheiten der Welt übertragen werden, die Syphilis. Nach der Ansteckung treten im Normalfall zuerst gar keine Symptome auf, was die Erkrankung sehr tückisch macht. Erst nach ca. 2-3 Wochen treten Papeln im Genitalbereich und Schwellungen der Lymphknoten auf. Bei einer sofortigen Behandlung heilt die Infektion problemlos ab. Es ist also sehr wichtig, dass man sich bei Symptomen überwindet und eine/n Dermatologin/en aufsucht.

Mehr Bewusstsein nötig

Weitaus gefährlicher sind jene Krankheiten, die durch Viren ausgelöst werden. Genitalherpes, das humane Papillomavirus (HPV), Hepatitis B oder C und HIV sind hier zu nennen. Gegen die meisten Krankheiten wurden inzwischen Impfstoffe entwickelt, das HI-Virus, das AIDS auslösen kann, ist aber noch immer nicht heilbar. Zwar hat sich die medikamentöse Therapie in den letzten Jahren enorm verbessert, gefährlich bleibt die Krankheit aber dennoch. In vielen Köpfen scheint dies aber in letzter Zeit vergessen worden zu sein. Wirklicher Schutz bietet beim Sex nur das Kondom.

Gerade heute, in denen es Apps sehr leicht machen, neue Bekanntschaften zu treffen, sollten auch STI weiter in den Köpfen verbreitet sein. Man sieht seinem Gegenüber nicht an, ob er an einer Geschlechtskrankheit leidet oder nicht. Daher ist Vertrauen zwar gut, der Schutz mit einem Kondom aber wichtig. Und sollten nach einem Sexualkontakt Symptome auftreten, die auf eine Geschlechtskrankheit vermuten lassen, dann sollte man nicht zögern und umgehend zum Arzt gehen.

Autorin: Isabella Auer
Bilder: Pexels | Pixabay


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